Vitamin-D-Mangel im Winter
Symptome erkennen & Wert in der Apotheke testen lassen

Vitamin-D-Mangel im Winter: Symptome erkennen & Wert in der Apotheke testen lassen
Die Tage werden kürzer, wir sind mehr drinnen als draußen – und genau jetzt beginnt für viele Menschen in Österreich die Vitamin-D-Lücke. Denn von Oktober bis März steht die Sonne bei uns zu tief, als dass die Haut nennenswert Vitamin D bilden könnte. Wir leben dann von unseren Speichern aus dem Sommer. Ob diese reichen, sieht man niemandem an. In unserer Apotheke erklären wir Ihnen, welche Symptome auf einen Mangel hinweisen können, wer besonders gefährdet ist – und wie Sie Ihren Vitamin-D-Wert unkompliziert messen lassen können.
Warum Vitamin D im Winter knapp wird
Vitamin D ist ein Sonderfall unter den Vitaminen: Rund 80 bis 90 % bildet unser Körper selbst – in der Haut, mithilfe von UV-B-Strahlung. Über die Nahrung nehmen Erwachsene dagegen nur etwa 2 bis 4 µg pro Tag auf. Das ist deutlich weniger als die empfohlenen 20 µg.
Österreich liegt zwischen dem 46. und 49. Breitengrad. Im Winterhalbjahr ist die UV-B-Strahlung hier zu schwach für eine ausreichende Eigenproduktion – selbst an sonnigen Tagen und auch mittags. Hinter Fensterglas bildet die Haut ohnehin kein Vitamin D. Der Tiefpunkt der Speicher liegt daher meist zwischen Februar und April.
Wofür brauchen wir Vitamin D?
Vitamin D wirkt im Körper eher wie ein Hormon als wie ein klassisches Vitamin. Es sorgt vor allem dafür, dass Calcium und Phosphat aus dem Darm aufgenommen und in die Knochen eingebaut werden.¹ Außerdem ist es an der Muskelfunktion und am Immunsystem beteiligt.¹
Vitamin-D-Mangel: Diese Symptome können darauf hinweisen
Ein leichter Mangel verursacht oft gar keine Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, sind sie meist unspezifisch – und können auch viele andere Ursachen haben:
- Müdigkeit und Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert
- Muskelschwäche, besonders in Oberschenkeln und Hüfte, etwa beim Aufstehen aus dem Sitzen oder beim Stiegensteigen
- Muskel- und Knochenschmerzen, zum Beispiel im Rücken, in den Beinen oder als Druckschmerz am Schienbein
- Häufige Infekte – Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei¹
- Gedrückte Stimmung im Winter: Ein Zusammenhang wird diskutiert, eine Vitamin-D-Einnahme ersetzt aber keine Abklärung bei Winterblues oder Depression
Bei einem schweren, lang anhaltenden Mangel kommt es zu einer Knochenerweichung (Osteomalazie), bei Kindern zu Rachitis. Bei älteren Menschen kann ein Vitamin-D-Mangel außerdem Osteoporose begünstigen und das Sturzrisiko erhöhen.
Unser Rat aus der Apotheke: Wer sich seit Wochen müde und schlapp fühlt, sollte nicht einfach auf Verdacht Vitamin D nehmen. Auch Eisenmangel, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Schlafprobleme können dahinterstecken. Eine Messung bringt Klarheit.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
- Menschen ab 65: Die Haut bildet im Alter deutlich weniger Vitamin D
- Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner sowie Menschen, die selten ins Freie kommen
- Menschen mit dunkler Hautfarbe oder körperbedeckender Kleidung
- Menschen mit starkem Übergewicht, weil Vitamin D im Fettgewebe gebunden wird
- Personen mit chronischen Darm-, Leber- oder Nierenerkrankungen und nach einer Magenbypass-Operation
- Schwangere und Stillende sowie Säuglinge – für sie ist eine Vitamin-D-Gabe im ersten Lebensjahr ohnehin Standard
Pharmazeutisch wichtig: Medikamente als „Vitamin-D-Räuber“
Einige Arzneimittel senken bei längerer Einnahme den Vitamin-D-Spiegel. Diesen Punkt sprechen wir in unserer Apotheke bei der Medikationsberatung gezielt an:
- Mittel gegen Epilepsie wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital oder Primidon beschleunigen den Abbau von Vitamin D in der Leber
- Glukokortikoide (Kortison) als Dauertherapie
- Rifampicin (ein Tuberkulose-Antibiotikum) und einige HIV-Wirkstoffe wie Efavirenz
- Orlistat (Abnehmmittel) und Colestyramin (Cholesterinsenker) verringern die Aufnahme fettlöslicher Vitamine aus dem Darm
Umgekehrt gilt Vorsicht bei der Einnahme von Vitamin D: Wer Thiazid-Diuretika wie Hydrochlorothiazid („Wassertabletten“ gegen Bluthochdruck) oder Digitalis-Wirkstoffe wie Digoxin einnimmt, sollte Vitamin D und Calcium nur nach Rücksprache verwenden. Ein erhöhter Calciumspiegel kann hier problematisch sein.
Vitamin-D-Wert: Welche Werte sind normal?
Gemessen wird im Blut das 25-OH-Vitamin D (Calcidiol), die Speicherform. Je nach Labor wird es in nmol/l oder ng/ml angegeben; 1 ng/ml entspricht 2,5 nmol/l. So werden die Werte eingeordnet:
- Mangel: unter 30 nmol/l (unter 12 ng/ml)
- Unzureichende Versorgung: 30 bis 49 nmol/l (12 bis 19 ng/ml)
- Ausreichende Versorgung: 50 bis 125 nmol/l (20 bis 50 ng/ml)
- Mögliche Überversorgung: über 125 nmol/l (über 50 ng/ml)
Diese Einordnung folgt der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und dem Robert Koch-Institut. Einzelne Labore und Fachgesellschaften geben leicht abweichende Zielbereiche an.

Vitamin-D-Wert messen lassen: Apotheke oder Labor?
Seit 2025 übernimmt die ÖGK die Vitamin-D-Bestimmung im Labor nur noch bei bestimmten Erkrankungen – etwa bei Osteoporose, chronischer Nierenschwäche, nach einem Magenbypass oder bei einer Dauertherapie mit Kortison oder Mitteln gegen Epilepsie. Wer ohne eine solche Diagnose seinen Wert wissen möchte, zahlt die Messung selbst.
In unserer Apotheke können Sie Ihren Vitamin-D-Wert unkompliziert bestimmen lassen. Dafür genügt ein kleiner Tropfen Blut aus der Fingerkuppe. Das Ergebnis besprechen wir mit Ihnen persönlich – inklusive Empfehlung, ob und in welcher Dosierung eine Ergänzung sinnvoll ist. Fragen Sie uns einfach nach Terminen und Kosten.
Wichtig: Die Messung in der Apotheke liefert eine gute Orientierung, ersetzt aber keine ärztliche Diagnose. Ist Ihr Wert sehr niedrig, haben Sie deutliche Beschwerden oder gehören Sie zu einer Risikogruppe, empfehlen wir die Abklärung bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Der richtige Zeitpunkt: Wer wissen will, wie gut er durch den Winter kommt, misst am besten zwischen Jänner und März. Wenn Sie bereits Vitamin D einnehmen, ist eine Kontrolle nach etwa drei Monaten sinnvoll – so lange dauert es, bis sich der Spiegel eingependelt hat.
Vitamin D im Winter: Wie viel ist sinnvoll?
Die Österreichische und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennen für Kinder ab einem Jahr, Jugendliche und Erwachsene einen Schätzwert von 20 µg (800 IE) Vitamin D pro Tag, wenn die Haut selbst kein Vitamin D bilden kann – also genau im Winter. Säuglinge brauchen 10 µg (400 IE).
Vitamin D über die Ernährung
Gute Quellen sind fette Fische wie Hering, Makrele und Lachs, außerdem Eigelb, Speisepilze und angereicherte Margarine. Zwei Fischmahlzeiten pro Woche sind empfehlenswert – den Winterbedarf decken sie aber meist nicht vollständig.

Vitamin D als Nahrungsergänzung
Für Risikogruppen und bei nachgewiesenem Mangel kann eine Ergänzung sinnvoll sein.¹ ² Manche Präparate kombinieren Vitamin D mit Vitamin K2.³ In unserer Apotheke beraten wir Sie, welche Dosierung zu Ihrem Wert passt. Unsere Einnahmetipps:
- Zu einer Mahlzeit mit etwas Fett einnehmen – Vitamin D ist fettlöslich und wird so besser aufgenommen.
- Täglich statt selten hochdosiert: Studien zu Atemwegsinfekten zeigen einen Vorteil vor allem bei täglicher Einnahme, nicht bei großen Einzeldosen.
- Nicht doppelt nehmen: Prüfen Sie, ob Ihr Multivitamin- oder Calcium-Präparat bereits Vitamin D enthält.
- Achtung bei Blutverdünnern: Wer Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Acenocoumarol einnimmt, darf Vitamin-K-haltige Präparate nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt verwenden. Vitamin K schwächt die Wirkung dieser Medikamente ab.
Mehr ist nicht besser: Vorsicht vor Überdosierung
Vitamin D wird im Körper gespeichert und nicht einfach ausgeschieden. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat Anfang 2026 gemeinsam mit der Stiftung Warentest 22 Vitamin-D-Präparate geprüft: Nur zwei waren sinnvoll dosiert, die meisten lagen darüber, fünf deutlich.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzt für Erwachsene eine sichere Obergrenze von 100 µg (4.000 IE) pro Tag aus allen Quellen. Dauerhaft darüber steigt das Risiko für einen zu hohen Calciumspiegel. Anzeichen dafür sind Übelkeit, Erbrechen, starker Durst, häufiges Wasserlassen und im schlimmsten Fall Nierensteine oder Nierenschäden. Höher dosierte Präparate, etwa wöchentliche Gaben von 20.000 IE, sind in Österreich Arzneimittel und gehören in ärztliche Hand.

Häufige Fragen zu Vitamin-D-Mangel im Winter
Welche Symptome hat ein Vitamin-D-Mangel?
Häufig gar keine. Mögliche Anzeichen sind Müdigkeit, Muskelschwäche, Muskel- und Knochenschmerzen sowie häufige Infekte. Weil diese Beschwerden viele Ursachen haben können, schafft nur eine Blutmessung Klarheit.
Kann man im Winter in Österreich überhaupt Vitamin D über die Sonne bilden?
Kaum. Von etwa Oktober bis März ist die UV-B-Strahlung zu schwach. Spaziergänge sind trotzdem gut für Muskeln, Knochen und Stimmung – für den Vitamin-D-Spiegel zählen aber vor allem die Sonnenmonate.
Wie viel Vitamin D sollte ich im Winter nehmen?
Der Schätzwert bei fehlender Eigenbildung liegt bei 20 µg (800 IE) pro Tag. Höhere Dosen nur nach einer Messung und nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke.
Zahlt die Krankenkasse den Vitamin-D-Test?
Die ÖGK übernimmt die Laborbestimmung nur bei bestimmten Erkrankungen, zum Beispiel Osteoporose oder chronischer Nierenschwäche. Ohne solche Diagnose zahlen Sie die Messung selbst – im Labor oder in der Apotheke.
Soll ich Vitamin D mit K2 kombinieren?
Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.³ Einen zusätzlichen Nutzen der Kombination für gesunde Menschen belegen Studien bisher nicht eindeutig. Wer Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Acenocoumarol einnimmt, sollte K2 nur nach ärztlicher Rücksprache verwenden.
Kann man Vitamin D überdosieren?
Ja. Über die Sonne ist das nicht möglich, über hochdosierte Präparate schon. Für Erwachsene gelten 100 µg (4.000 IE) pro Tag aus allen Quellen als sichere Obergrenze.
Unser Tipp für die dunkle Jahreszeit
Vitamin D ist kein Wundermittel – aber ein Mangel ist gerade im Winter häufig und leicht vermeidbar. Statt auf Verdacht hochdosierte Präparate zu kaufen, lohnt sich eine kurze Messung. Kommen Sie zu uns in unsere Apotheke: Wir bestimmen Ihren Vitamin-D-Wert, prüfen Ihre Medikamente auf Wechselwirkungen und empfehlen Ihnen die passende Dosierung.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.
Fachlich geprüft von Mag. pharm. Chrisine Hofmann, Anna Apotheke, Salzburg, Oktober 2026
Quellen
Grundlage sind die D-A-CH-Referenzwerte, das österreichische Gesundheitsportal und die aktuelle Kostenregelung der ÖGK.
- Gesundheitsportal Österreich: Vitamin D – Bedarf, Quellen und Mangel. gesundheit.gv.at, Stand 31.10.2024. gesundheit.gv.at
- DGE/ÖGE/SGE: D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Vitamin D. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Bonn.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D. bfr.bund.de
- IQWiG: Wie hoch ist der Vitamin-D-Bedarf und wie lässt er sich decken? gesundheitsinformation.de. gesundheitsinformation.de
- Stiftung Warentest: FAQ Vitamin D – Den Vitamin-Spiegel bestimmen. test.de
- EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (2023): Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D, including the derivation of a conversion factor for calcidiol monohydrate. EFSA Journal 21(8):8145.
- Martineau AR et al. (2017): Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data. BMJ 356:i6583.
- Jolliffe DA et al. (2021): Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory infections: a systematic review and meta-analysis of aggregate data from randomised controlled trials. Lancet Diabetes & Endocrinology 9(5):276–292.
- Lifestyle-Medikament Vitamin D. What evidence is available? Übersichtsarbeit, PMC10695873. ncbi.nlm.nih.gov
- heute.at (03.02.2026): Blutbild – das musst du jetzt selbst bezahlen (ÖGK-Indikationen für die Vitamin-D-Bestimmung). heute.at
- Labors.at (03.03.2026): Update Vitamin-D3-Anforderung. labors.at
- Verein für Konsumenteninformation (27.01.2026): VKI-Test Vitamin-D-Präparate. vki.at
- news.at: Vitamin-D-Mangel – das stille Volksproblem im Winter. news.at
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel.
1 Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei, trägt zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion bei und trägt zu einer normalen Aufnahme/Verwertung von Calcium und Phosphor bei.
2 Vitamin D trägt zu einem normalen Calciumspiegel im Blut bei und hat eine Funktion bei der Zellteilung.
3 Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei und trägt zu einer normalen Blutgerinnung bei.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden.
Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.heit, junges Aussehen und mehr Energie im Alltag.
